Integrationspolitik in Italien

Integration ist überall ein heikles und komplexes Thema, und Italien bildet da keine Ausnahme. Maren Borkert ist eine Autorin, die die programmatischen- und gesetzlichen Grundlagen einer Integrationspolitik in Italien untersucht. Auf der einen Seite ist dabei die Eingliederung von Kleinkindern mit Migrationshintergrund sehr wichtig und auf der anderen Seite Sprachkurse für ältere Zuwanderer. Beim Handeln im Bereich der Integrationspolitik gibt es ein Mehrebenensystem, das sich bezüglich Implementationsbarrieren untersuchen lässt. Es wird dabei der schwierige Prozess einer Anpassung von Immigranten genauer unter die Lupe genommen.

In Italien spielt die Quote von Ausländern im Klassenzimmer eine wichtige Rolle. Es gibt daher eine Regelung, dass ab Herbst 2011 in jeder Klasse nur noch ein Drittel Migrantenkinder unterrichtet werden dürfen. Von Seiten der Regierung wird dies an integrationsfördernde Maßnahme verkauft. Kritiker sind jedoch der Meinung, dass es sich dabei um Rassismus handelt. Die Obergrenze für ausländische Kinder in einer Schulklasse wird demnach 30 Prozent betragen. Dies wurde von Seiten des Bildungsministeriums in Rom bekannt gegeben. Daneben ist es im Gespräch, dass reine, so genannte Ghetto-Klassen nur mit Ausländern eingeführt werden sollen.

Die italienische Bildungsministerin Mariastella Gelmini ist der Meinung, dass es sich bei der Schule um einen Ort der Integration handeln soll. Die Schulen in Italien akzeptieren zudem alle Kulturen. Es ist aber auch so, dass die Schulen ihre Identltiät und Traditionen beibehalten möchten. Es soll den Kindern auch die Kultur des eigenen Landes vermittelt werden können. Die Umsetzung der Quoten soll erst einmal in Klassen der Ober- und Grundschule in kleineren Schritten umgesetzt werden. Aktuell gibt es in Italien ca. 600 000 ausländische Schüler - von diesen sind nur etwa 35 Prozent in Italien geboren.