Integrationspolitik in Europa

 Integration ist in Europa ein großes Thema, nicht nur aufgrund der Situation als Ziel von Zuwanderung, sondern auch aufgrund der Durchlässigkeit der Grenzen innerhalb Europas. Im Rahmen des Bologna-Prozesses ist eine Vergleichbarkeit der beruflichen und akademischen Ausbildungen in den einzelnen europäischen Ländern gefordert, die nicht zuletzt zu Wanderbewegungen innerhalb der Europäischen Union führt.

Die Bedeutung von Integration innerhalb der Europäischen Union wurde in mehreren Stellungnahmen konkretisiert. Im Mittelpunkt steht die aktive Beteiligung sowohl der einheimischen Gesellschaft als auch der zugewanderten Person/en, denn Integration kann nur durch das Zusammenwirkung beider Parteien gelingen. Ziel ist es, dass Gesellschaft als eine Einheit funktioniert, dass integrierte Drittstaatsangehörige am sozialen Leben ebenso teilnehmen wie am politischen und wirtschaftlichen Leben. Integration bedeutet Partizipation. Dabei sollte die eigene Kultur, Sprache und Identität der Drittstaatsangehörigen auf keinen Fall verloren gehen, sondern respektiert werden. Integration bedeutet ein gegenseitiges Nehmen und Geben, wovon die zu integrierende/n Person/en ebenso profitieren wie die Gesellschaft des Zuwanderlandes. Ganz konkret liegen die Schwerpunkte der Integrationspolitik der Europäischen Union in den vier Punkten Antidiskriminierung, Familienzusammenführung, den Rechten langfristig Aufenthaltsberechtigter und dem Zugang zum Arbeitsmarkt. Damit sind die Grundlagen für eine soziale, wirtschaftliche und politische Integration geschaffen.

Das "Haager Programm zur Stärkung von Freiheit, Sicherheit und Recht in der Europäischen Union" von 2005 legt die Migrationspolitik der EU in den Jahren 2005-2010 fest. Grundvoraussetzungen für die Integration in Europa sind Respekt vor den Grundwerten der Europäischen Union und Achtung der Grundrechte der Menschen - das setzt eine gewisse Grundbildung sowie Fertigkeiten voraus, die die Partizipation am gesellschaftlichen Leben ermöglichen. Interaktion und interkultureller Dialog sind als weitere Voraussetzungen für eine gelungene Integrationspolitik genannt. Damit ist klar, dass die Initiative zur Integration nicht allein von Zuwanderern ausgehen kann, sondern dass die Zielgesellschaften maßgeblich und aktiv auf Zuwanderer zugehen müssen.

Die Europäische Union kann die Integrationspolitik der Mitgliedsstaaten nur bedingt beeinflussen. Die Hauptkompetenz der Migrationspolitik liegt bei einzelnen Staaten, Ländern und Kommunen der Europäischen Union. Dementsprechend sind nur Empfehlungen ausgesprochen worden, wie die Integration in den Mitgliedsstaaten aussehen kann. Gefordert werden Sprachkurse, Informationsprogramme für Zuwanderer sowie der Aufbau eines Netzes von Kontaktstellen, das die Arbeit zwischen Zuwanderern und den beteiligten Behörden erleichtern soll.